Vom Wandel beim Klima und den Menschen

Viele sind vom Klimawandel und seinen Folgen nicht überzeugt. Gibt es nicht schon immer «heisse Sommer» und Klimaschwankungen? Wie bedeutend sind die menschlichen Einflüsse auf das Klima?

Experten sagen uns: Ja, die massive Zunahme von C02 in der Atmosphäre erhöht die Temperatur auf der Erde. Diese Zunahme ist verursacht durch den Menschen. Immer mehr Menschen verbrennen immer mehr fossile Treibstoffe. Einen Teil davon kann die Natur abbauen, aber eben nur einen Teil. Deshalb steigt die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre und deshalb steigt die global gemessene Temperatur auf der Erde. Für die Schweiz bedeutet ein Anstieg der Durchschnittstemperatur um 2 Grad eine durchschnittliche Zunahme von vier Grad.

In Paris haben sich viele Staaten darauf geeinigt, Massnahmen zu ergreifen um die Erwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Dieses Ziel soll bis zum Ende unseres Jahrhunderts erreicht sein. Viel Zeit bis dahin, mag man jetzt denken. Leider nein. Der Fahrplan hinkt schon lange hinterher.

Der Spielraum, um dieses Ziel zu erreichen, wird immer enger. Fatalerweise: Je länger wir zuwarten mit den Einsparungen, umso radikaler müssen diese in den kommenden Jahren ausfallen.

Für den Menschen, seine Fähigkeit und sein Wille zum Wandel verheisst dies nichts Gutes. Wer will denn heute auf etwas verzichten, wenn Verschieben auf später auch noch geht (wenn auch zu einem höheren Preis?) In Frankreich protestieren Tausende gegen eine moderate Erhöhung der Treibstoffpreise. Wird es einfacher, wenn in ein paar Jahren 5 Franken für einen Liter Benzin zur Zahlung fällig werden?

Ich bin doch nicht blöd, sagt die Werbung: Ich soll verzichten und die anderen geniessen und konsumieren hemmungslos? Wie gerecht werden die Lasten verteilt, unter den Bewohnern eines Landes und innerhalb der Gemeinschaft der Länder? Trifft dies nicht wieder zuerst die Armen?

Spielt die kleine Schweiz überhaupt eine Rolle? Sollen nicht die grossen Länder zuerst: China und die USA? Auch wenn wir reich sind und ökologisch betrachtet weit über unsere Verhältnisse leben. Können wir uns auf völkerrechtliche Verträge verlassen?

«Der Geist ist willig, aber das Fleisch….»

Der Pessimist: Die Menschheit wird zum Teufel gehen, das Schaffen wir nie, Überleben werden die Stärksten, deshalb aufrüsten, nur eine Öko-Diktatur sichert die Zukunft, geniesse so lange du kannst!

Der Optimist: Menschen können lernen, brauchen aber Zeit und die Zuversicht, dass Gewinn und Verlust gerecht verteilt sind, Menschen denken auch an die Zukunft ihrer Kinder und Enkel, Solidarität ist möglich, Not macht erfinderisch.

Und Sie?

Albert Wiss, SP Weinland